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Eine zweite Katze – ist das eine gute Idee oder nicht?

Deux chats ensembles qui se font des câlins

 

Denken Sie darüber nach, sich eine zweite Katze anzuschaffen? Es gibt viele Vorteile, zwei Katzen zu halten, aber nur, wenn beide Katzen gut zueinander passen und genügend Freiraum vorhanden ist. Hier sind einige Tipps, wie Sie ein harmonisches Zusammenleben zweier Katzen erfolgreich fördern können.

Weshalb eine zweite Katze anschaffen?

In freier Wildbahn jagt die Katze durchschnittlich sieben Stunden pro Tag und springt dabei immer wieder auf ihre Beute. Die Katze ist also ein Spezialist für kurze, intensive Aktivitäten. Sie hat ein grosses Bedürfnis nach körperlicher Aktivität und interaktiven Spielen. Die Katze zu füttern, ihr Spielzeug zur Verfügung zu stellen und ihr Katzenklo täglich zu reinigen, reicht nicht aus, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Die Frage nach einer zweiten Katze stellt sich daher vor allem bei einer Wohnungskatze. Man sieht, dass sie viele Stunden allein verbringt, und fragt sich, ob sie sich nicht vielleicht ein wenig langweilt. Wenn Sie selten zu Hause sind, ist es in der Tat besser, zwei Katzen zu haben als eine.
Ein Hauptvorteil, wenn zwei Katzen im Haushalt leben, ist, dass sie gegenseitig für mehr Bewegung, soziale Interaktionen und andere Formen der geistigen Stimulation sorgen. Katzen, die mit anderen Katzen zusammenleben, haben durch den Sozialkontakt und das gemeinsame Spiel mehr Gelegenheit, ihr katzentypisches Verhalten auszuleben. Sie sind dadurch ausgeglichener und zeigen weniger häufig unerwünschte Verhaltensweisen.
Wenn man ein Kätzchen adoptiert, wird es in den ersten Jahren seines Lebens ein grosses Bedürfnis nach Gesellschaft und Aufmerksamkeit haben. Wenn Sie gleichzeitig ein zweites Kätzchen aufnehmen, sei es aus demselben Wurf oder aus einer anderen Familie, wird es sofort Gesellschaft haben und sich sicher fühlen. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass sich die beiden Kätzchen gut verstehen, stundenlang miteinander spielen und sich gegenseitig pflegen. Aber Vorsicht: auch zu zweit brauchen sie Ihre Anwesenheit, Pflege und Aufmerksamkeit.

Wenn man eine Freigänger-Katze hat, ist es komplizierter, eine zweite Katze aufzunehmen. Die erste Katze, die ein grosses und abwechslungsreiches Lebensumfeld hat, wird sich wahrscheinlich nicht langweilen. Sie hat ihr Revier, ihre Familie, ihren Futternapf und ist glücklich, so wie es ist. Normalerweise langweilt sich diese Katze nicht und kommt nach Hause, wenn sie sich nach Gesellschaft sehnt. Theoretisch braucht diese Katze daher keine zweite Katze, vor allem wenn sie territorial ist und mit den Nachbarskatzen streitet. Trotzdem gibt es auch hier Katzen, die die die Gesellschaft einer zweiten Katze geniessen und sie in ihrem Revier akzeptieren. Dieses sollte gross genug sein, damit sie der neuen Katze auch aus dem Weg gehen kann, wenn sie deren Anwesenheit nervt. Auch für Besitzer von Freigängern kann es beruhigend sein, zwei Katzen zu haben. Denn man weiss dann, dass die Katzen auch im Urlaub oder bei anderen Abwesenheiten nie allein sind.

In jedem Fall sollte man sich bewusst sein, dass es nicht immer positiven Auswirkungen hat, mehrere Katzen zu halten, und dass die Ankunft des neuen Vierbeiners zu chronischer Stress führen kann, wenn sich die beiden Katzen nicht vertragen. In der Tat sind viele Katzen Einzelgänger und territoriale Tiere. Erwachsene Katzen, die seit Jahren gewohnt sind, allein zu leben, sollten daher besser Einzelgänger bleiben - es sei denn, es ist genügend Platz vorhanden, damit sich die Katzen so ausweichen können, dass sie im Prinzip weiterhin als Einzelgängerkatzen leben. Es ist auch wichtig zu wissen, dass es sehr, sehr lange dauern kann, bis Katzen lernen, sich gegenseitig zu akzeptieren und zu mögen. Hunde entscheiden normalerweise innerhalb weniger Stunden oder Tage, ob sie Freunde sein wollen oder nicht. Katzen hingegen können bis zu einem Jahr brauchen, bis sie aufhören, sich zu streiten und anfangen, miteinander auszukommen.

Wie führt man eine zweite Katze zuhause ein?

Viele Katzen sind Einzelgänger und sehr territoriale Tiere, die die gewohnte Routine mögen. Sie brauchen oft Wochen oder Monate, um sich an Veränderungen in ihrer Umgebung und ihrer Lebensumstände anzupassen. Der erste Eindruck ist deshalb entscheidend, wenn sie auf andere Haustiere treffen. Katzen, die zu schnell zusammengeführt werden und sich raufen, werden möglicherweise nie lernen, friedlich zusammenzuleben. Umso wichtiger ist es, die zweite Katze gut auszuwählen und sie behutsam an die erste Katze heranzuführen.

Bei der Auswahl der zweiten Katze sollten Sie unbedingt die Unterschiede im Aktivitätsniveau und in der Geselligkeit der Katzen berücksichtigen. Sie unterscheiden sich individuell beträchtlich, was hauptsächlich auf Altersunterschiede, Lebensgewohnheiten und Erfahrungen im Zusammenleben mit anderen Katzen zurückzuführen ist. Kätzchen, heranwachsende Katzen und junge Erwachsene lassen sich oft leicht zusammenführen, weil sie gemeinsam ihr Spielbedürfnis mit Verfolgungs- und Kampfspielen befriedigen können. Es ist auch möglich, ein ganz junges Kätzchen mit einer erwachsenen weiblichen Katze zu vergesellschaften, in der Hoffnung, dass diese gerne die "Mutterrolle" übernimmt. Eine ältere, sozial erfahrene Katze kann manchmal auch das "ungestüme" oder unangemessene Verhalten einer jungen Katze mit eingeschränkten sozialen Kompetenzen tolerieren und ihr so ein sozial verträglicheres Verhalten "beibringen".

Eine geeignete Umgebung mit ausreichend Platz ein absolutes Muss für einen Mehrkatzenhaushalt. In Gruppen lebende Katzen zeigen seltener aggressives oder ängstliches Verhalten, wenn jede Katze genügend Platz hat. Um den Raum optimal zu nutzen, sollten Sie deshalb viele Liegeplätze auf Fensterbänken, Regalen oder Schrankoberseiten einrichten und wenn möglich in verschiedenen Zimmern Katzenbäume aufstellen. Auch der Zugang zu einem Aussengehege oder ins Freie vergrössert den Lebensraum natürlich erheblich.
Wohnungskatzen fühlen sich am wohlsten, wenn sie mehrere Orte zum Ausruhen und Verstecken haben, sodass sie sich zurückziehen und selbst bestimmen können, wie oft sie mit anderen Haushaltsmitgliedern Kontakt aufnehmen.

Was schliesslich die Ausstattung betrifft, so ist es ratsam, mehrere Katzentoiletten zu haben, damit sich die Katzen jederzeit sicher fühlen, wenn sie ihr Geschäft verrichten. Es sollte dabei immer eine Katzentoilette mehr vorhanden sein, als Katzen im Haushalt leben. Wenn Sie z. B. zwei Katzen haben, brauchen Sie drei Katzentoiletten; wenn Sie drei Katzen haben, brauchen Sie vier Katzentoiletten und so weiter. Und natürlich sollten Sie viele Kratzbretter und Spielsachen zur Verfügung stellen, damit alle glücklich sind.

Das Futter kann in der Regel in einem gemeinsamen Bereich aufgestellt werden, da sich Katzen scheinbar zum Fressen gerne versammeln. Wenn Sie jedoch eine besonders scheue Katze haben oder Sie merken, dass es im Fressbereich zu Spannungen kommt, so müssen Sie eine zusätzliche Fütterungsplatz in einem separaten Raum zur Verfügung stellen. Was das Wasser angeht: um einen ausreichenden Wasserverbrauch zu fördern, empfiehlt es sich, mehrere Näpfe und Trinkbrunnen an verschiedenen Stellen im Haus aufzustellen. Das gilt nicht nur im Mehrkatzenhaushalt sondern auch wenn nur eine einzelne Katze gehalten wird.

Natürliche Pheromone wie zum Beispiel im Feliway, die beruhigende Signale aussenden, sind beim Zusammenführen von Katzen sehr hilfreich. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, empfiehlt es sich bereits einige Wochen vor dem Eintreffen der neuen Katze, einen Pheromon-Diffusor Zimmer zu installieren, in dem Ihre Katze die meiste Zeit verbringt. Einige Tage vor dem Einzug können sie einen zweiten Diffusor im Zimmer anbringen, in dem die neue Katze die erste Zeit untergebracht wird.

Sobald das alles vorbereitet und das Zuhause fertig eingerichtet ist, ist es an der Zeit, den neuen Hausgenossen mit nach Hause zu nehmen.
Hier sind ein paar praktische Tipps, die Sie für eine reibungslose Einführung beachten sollten :

  • Richten Sie einen für Ihre neue Katze ein separates Zimmer ein: wenn Sie Ihre neue Katze mit nach Hause nehmen, sollten Sie sie eine Woche lang in einem separaten Zimmer mit eigenem Katzenkistchen, Bett, Futter und Wasser unterbringen.
  • Füttern Sie beide Katzen auf der jeweiligen Seite der Türe: stellen Sie die Futternäpfe der beiden Katzen auf beiden Seiten der Tür zu diesem Raum auf. Das Ziel ist, dass die Katzen die angenehme Aktivität des Fressens mit der Anwesenheit der anderen Katze verbinden. Bringen Sie die Futternäpfe bei jeder Mahlzeit allmählich näher zusammen. Wenn beide ruhig bei geschlossener Tür nebeneinander fressen, öffnen Sie die Tür ein wenig, nur für ein paar Sekunden, damit sie sich beim Fressen sehen können.
  • Lassen Sie Ihre neue Katze auf Entdeckungsreise gehen. Sobald sich die neue Katze in ihrer neuen Umgebung wohlzufühlen scheint, gut frisst und ihr Katzenklo benutzt, sperren Sie Ihre Katze in einen anderen Raum und lassen Sie die neue Katze das Haus erkunden. So kann die neue Katze mit dem Geruch der anderen Katze in Berührung kommen, ohne direkten Kontakt zu ihr haben. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Katzenkistchen der beiden Katzen für eine Nacht zu tauschen. Sie können diesen Schritt mehrere Tage lang wiederholen. Dann können Sie die Tür öffnen und beginnen, die zweite Katze unter Aufsicht das Haus erkunden zu lassen, wobei die erste Katze ebenfalls frei herumläuft. Dieser Schritt dauert anfangs einige Minuten, später, wenn es gut läuft, einige Stunden.
  • Kurze erste Zusammentreffen: beobachten Sie das erste Zusammentreffen der Katzen genau und begrenzen Sie anfangs die Zeit, die sie miteinander verbringen. Sie müssen damit rechnen, dass die beiden ein ängstliches oder aggressives Verhalten zeigen (kauern, fauchen, Ohren nach hinten legen), welches sich jedoch nicht zu einem Muster entwickeln sollte, weil es nachträglich schwierig abzugewöhnen ist. Sollten diese Verhaltensweisen zunehmen, trennen Sie die Katzen wieder und gehen Sie zurück zu Schritt Nummer eins.
  • Wenn sie sich streiten, lenken Sie sie ab und trennen Sie sie. Wenn es zu einem echten Kampf kommt, werfen Sie ein Handtuch auf die Katzen (um sie abzulenken) oder machen Sie ein lautes Geräusch, um sie zu trennen. Locken Sie die neue Katze in ihr Rückzugzimmer (berühren Sie sie nicht, solange sie aufgebracht ist) und geben Sie ihnen ein paar Tage Zeit, um sich zu beruhigen. Halten Sie während der ersten Begegnung keinesfalls eine der beiden Katzen auf dem Arm! Wenn eine von ihnen aggressiv auf die andere reagiert, könnten Sie gekratzt oder gebissen werden. Zudem erhöht sich der Stress der Katze, die getragen wird, weil sie sich gefangen fühlt und nicht fliehen kann.
  • Bieten Sie den beiden Katzen weiterhin beaufsichtigte Treffen an und achten Sie dabei genau auf Anzeichen von Spannung oder Aggression. Wenn eine der Katzen erstarrt, die andere fixiert oder anstarrt, dann lenken Sie die beiden mit Leckerlis oder lustigem Spielzeug ab. So werden Sie ihnen beibringen, dass es mit positiven Erlebnissen verbunden ist, wenn die andere Katze in der Nähe ist.
  • Seien Sie sich bewusst und haben Sie Verständnis dafür, dass dies eine grosse Veränderung für Ihre bisherige Katze ist. Geben Sie ihr deshalb die Sicherheit ihrer gewohnten Routine und schenken sie ihr viel Aufmerksamkeit uns Streicheleinheiten.

Dieser Prozess braucht Zeit: Rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen, wenn Sie ein Kätzchen nach Hause bringen, und mit einem Monat (oder deutlich länger), wenn es sich um eine erwachsene Katze handelt. Ihr Ziel bei der Zusammenführung ist es, die idealen Bedingungen zu schaffen, damit die Katzen friedlich ihr Quartier zusammen teilen können, im Wissen, dass Sie sie nicht dazu zwingen können, sich zu mögen. Es gibt daher keine Erfolgsgarantie und es ist immer besser, die Katzen äusserst vorsichtig aneinander zu gewöhnen.

Obwohl die Einhaltung dieser Ratschläge Ihre Erfolgschancen maximiert, sollten Sie bedenken, dass manche Katzen nie lernen, friedlich zusammenzuleben. Wenn Sie den Einführungsprozess befolgt haben und nach einem Monat keine Verbesserung feststellen können - vor allem, wenn eine der Katzen die andere terrorisiert oder verletzt -, ist ein langfristiger Erfolg wahrscheinlich nicht realistisch. Zur Sicherheit aller Beteiligten kann es deshalb notwendig sein, eine der Katzen anderweitig zu platzieren oder die beiden dauerhaft zu trennen.

Denken Sie daran, dass "Erfolg" nicht unbedingt bedeutet, dass Ihre Katzen beste Freunde werden. Manche Katzen können eine enge Beziehung zueinander aufbauen, während andere den Rest ihres Lebens damit verbringen, sich aus dem Weg zu gehen und sich gegenseitig anzufauchen. Man kann leider nie genau vorhersagen, welches Szenario eintreten wird.

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