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Vorsicht vor Grannen – diese sind unscheinbar, aber gefährlich!

Chien dans un champs rempli d'épillets

Das Ende des Frühlings bedeutet die Ankunft des Sommers, der Sonne, der Wärme, der langen Spaziergänge am Abend ... aber auch bestimmter Gräser mit Grannen, die für Ihren Hund gefährlich werden können. Diese dürren, harten Fortsätze an Getreideähren und Gräsern bleiben nämlich leicht am Fell der Hunde hängen. Von dort aus können sie sich in die Haut bohren und Schmerzen und Infektionen verursachen. Worauf sollte man also achten, wenn man mit seinem Hund spazieren geht?

Bekannt sind vor allem die Grannen an Getreidesorten wie Gerste oder Roggen. Aber auch gewisse Gräser entlang von Feldern und Wiesen können Grannen ausbilden. Während der Blütezeit im Frühjahr bilden diese Gräser ihre Samen in Ähren mit Grannen, die in der Sonne trocknen. Die Samen werden mitsamt den Grannen hart und lassen sich leicht von der Pflanze lösen.

Grannen können verschiedene Formen aufweisen, aber diejenigen, die in unseren Regionen vorkommen und für unsere Hunde gefährlich sind, sehen alle ähnlich aus. Sie sind sehr leicht, umschliessen v-förmig die Gräsersamen, haben scharfe Spitzen und eine raue, mit kleinen Widerhaken versehene Oberfläche. Manchmal bestehen sie auch aus mehr oder weniger langen, harten Härchen, die spindelförmig zu einer Spitze hin zulaufen. Sie sind in der Regel zwischen 1 und 3 cm lang.

Das jahreszeitliche Vorkommen von Grannen hängt vom Klima ab. Je nach Wetterlage kann man sie von Anfang Frühling bis Anfang Herbst finden, am häufigsten jedoch von Mai bis September. Aufgrund der Vielfalt an Gräserarten, sind sie in der ganzen Schweiz zu finden. 

Weshalb sind die Grannen so gefährlich?

Der Grund, weshalb die Grannen eine Gefahr darstellen, ist ihr spezieller Aufbau. Wenn ein Hund durch eine Wiese rennt, lösen sich die trockenen und leichten Grannen sehr leicht von der Ähre. Sie bleiben dann im Fell des Hundes hängen oder dringen in eine seiner Körperöffnungen ein. Aufgrund ihrer V-Form und der rauen Oberfläche, verfangen sich die Grannen leicht. Durch die Widerhaken können sie nicht von selbst herausfallen, und vor allem können sie sich nur in eine Richtung bewegen.

Wenn sich eine Granne im Fell verfangen hat, kann sie nur nach innen wandern und wird sich so schliesslich in die Haut oder die Körperöffnung des Tieres bohren. Dies verursacht Schmerzen und Infektionen, die manchmal bis zu einem Abszess oder einer Fistel führen.

Alle Körperteile des Hundes können von Grannen betroffen sein. Am häufigsten sitzen sie jedoch in den Ohren, wo sie bis in den Gehörgang vordringen können. In den Ohren befindliche Grannen stören den Hund stark. Dies zeigt sich, indem er oft unmittelbar nach einem Spaziergang, heftig beginnt den Kopf zu schütteln oder sich ständig an den Ohren kratzt. Manchmal hält der Hund auch den Kopf etwas schief. In solchen Situationen sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, der die Granne mit einer langen Spezialpinzette entfernen kann. Wartet man zu lange, wandert die Granne weiter bis zum Trommelfell und durchsticht dieses schliesslich. Dies führt zu starken Schmerzen und verursacht eine Infektion, die eine langwierige Antibiotikabehandlung erfordert.  Versuchen Sie auf keinen Fall, Ihrem Hund Flüssigkeit ins Ohr zu geben, um ihm Linderung zu verschaffen. Sie riskieren damit, dass die Granne noch tiefer in das Ohr gespült wird.

Rassen mit Hängeohren und langem Fell sind besonders anfällig auf Grannen in den Ohren. Spaniel, Golden Retriever, Berner Sennenhunde und Bichons sind daher die am häufigsten betroffenen Rassen. 

Manchmal bohren sich die Grannen auch direkt in die Haut. Besonders häufig findet man sie in den Zehenzwischenräumen der Pfoten oder unter den Achseln. Sie können sich aber auch anderswo am Körper festsetzen. Der Hund wird beginnen die betroffene Stelle intensiv zu belecken oder sich heftig kratzen. Manche Hunde hinken auch.
Oft können Sie eine Rötung und Schwellung der Haut erkennen. Manchmal kann man auch das winzige Loch sehen, durch welches die Granne eingedrungen ist. Ist die Granne mehrere Tage lang unbemerkt geblieben, bildet sich ein Abszess, der sich mit Eiter füllt und schliesslich aufplatzt. Wenn sich ihr Hund also heftig kratzt, an einer Pfote leckt und nagt und humpelt, sollten Sie ihn unbedingt zum Tierarzt bringen - auch wenn Sie keine offensichtliche Verletzung sehen.

Grannen können auch in die Nase eingeatmet werden. Der Hund wird sofort heftig beginnen zu niesen und es kann zu Nasenbluten kommen. Augen, Vulva und Vorhaut sind weitere Stellen, an denen Grannen eindringen können.

Zeigt Ihr Hund während oder kurz nach einem Spaziergang eines der genannten Symptome, sollten Sie ihn daher gründlich untersuchen. Vielleicht finden Sie die Granne im Fell oder sie sticht erst oberflächlich in die Haut. Sie können sie in diesem Fall vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Wenn die Granne jedoch bereits tiefer eingedrungen ist, sollten Sie den Hund von einem Tierarzt untersuchen lassen. Eine zu lange unter der Haut oder in einer Körperöffnung verbliebene Granne wird immer tiefer ins Gewebe eindringen und somit schwerer zu finden und zu entfernen sein. Häufig ist dann ein Eingriff unter Narkose erforderlich und aufgrund der Infektion, die durch die Grannen entstanden ist, ist eine gute Desinfektion und eventuell auch eine antibiotische Therapie notwendig.

Glücklicherweise findet man die Grannen meist einfach im Fell des Hundes. Es reicht dann, sie schnell zu entfernen und das Fell und die Pfoten nach allfälligen weiteren Grannen abzusuchen. 

Wie kann man den Kontakt mit Grannen vermeiden?

Es gibt mehrere einfache und wirksame Massnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko von Grannen zu reduzieren.

In erster Linie empfehlen wir, Spaziergänge an Orten zu vermeiden, wo Grannen am häufigsten vorkommen. Meiden Sie Getreidefelder, Parks und Rasenflächen mit hohem Gras sowie verwilderte Grünflächen. Wenn Sie nicht sicher sind, halten Sie Ihren Hund so lange an der Leine, bis Sie feststellen konnten, ob es an dem Ort Grannen gibt.

Wenn Sie Unkraut in Ihrem Garten haben, sollten Sie diesen regelmässig mähen, um die Bildung von Grannen zu verhindern.

Wenn Ihr Hund langes oder halblanges Fell hat, empfehlen wir, ihm das Haarkleid zu kürzen und an den Pfoten kurz zu scheren. Achten Sie besonders auf eine gute Fellpflege, um Knoten und Verfilzungen zu vermeiden, die wahre "Magnete" für die Grannen sind.

Denken Sie daran, das Fell Ihres Tieres nach dem Spaziergang jedes Mal gründlich zu bürsten und zu untersuchen. Prüfen Sie dabei besonders die Pfoten, zwischen den Zehen und den Ballen, sowie die Bereiche unter den Achseln, an der Ohren und am Hals.

Kurz zusammengefasst: Wenn Sie nach einem Ausflug feststellen, dass Ihr Hund plötzlich typische Beschwerden hat (Niesen, tränende Augen, Lahmheit, juckende Ohren ...), suchen Sie schnell Ihren Tierarzt auf!

 

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