Antibiotikaresistenzen: Auch Haustiere sind betroffen
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Von
Dr. med. vet. Sabina Büttner - 19.08.2019

Antibiotika sind unverzichtbare Medikamente bei der Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten von Mensch und Tier. Bakterien können jedoch gegenüber Antibiotika Resistenzen ausbilden und sie so wirkungslos machen. Dieses Phänomen ist schon lange bekannt. Es hat aber in den letzten Jahrzenten stark zugenommen und führt damit vermehrt zu Problemen, nicht nur in der Human- sondern auch in der Veterinärmedizin. Resistente Bakterien führen zu einem Versagen der Therapie und damit zu einem schwereren und längeren Krankheitsverlauf, im schlimmsten Fall sogar zum Tod.
Auch Heimtiere sind von diesem Problem betroffen. So werden gemäss Schweizerischer Vereinigung für Kleintiermedizin (SVK) bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen (z.B. Blasenentzündungen, Haut- oder Ohrinfektionen) von Hund und Katze heute vermehrt resistente Bakterien festgestellt.
Hauptursache für die Entwicklung und Verbreitung von Resistenzen ist der Einsatz von Antibiotika in der Human- und in der Tiermedizin, insbesondere wenn er übermässig oder unsachgemäss erfolgt. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass resistente Bakterien von Menschen auf Tiere und auch von Tieren auf Menschen übertragen werden können.
Es ist deshalb wichtig, dass auch Hunde- und Katzenbesitzer einige Grundregeln im Umgang mit Antibiotika kennen und einhalten:
- Antibiotika sollen so selten wie möglich eingesetzt werden
Nicht alle Infektionen müssen mit Antibiotika behandelt werden. Antibiotika wirken beispielsweise nicht gegen virale Erkrankungen, und auch nicht alle bakteriellen Erkrankungen benötigen eine Therapie mit Antibiotika. - Diagnostische Abklärungen sind wichtig
Um festzustellen, ob eine Erkrankung durch Bakterien verursacht wird, muss Ihr Tierarzt manchmal weitergehende Laboruntersuchungen durchführen. Er kann so zudem bestimmen, um welche Bakterien es sich handelt und mit welchem Antibiotikum sie am besten behandelt werden können. - Erwarten Sie nicht von Ihrem Tierarzt, dass er ihrem Tier Antibiotika abgibt
Wenn Ihr Tierarzt Ihrem erkrankten Tier keine Antibiotika verschreibt, dann verlangen Sie auch nicht danach. Im Gegenteil: Wenn Sie nicht sicher sind, ob die verschriebenen Antibotika notwendig sind, scheuen Sie sich nicht, Ihren Tierarzt zu fragen, ob es nicht andere Therapiemöglichkeiten gäbe, die vorher versucht werden könnten. Es ist beispielsweise nur in seltenen Fällen angezeigt, Antibiotika zur Vorbeugung von bakteriellen Infektionen nach Operationen oder bei viralen Erkrankungen zu geben. - Beachten Sie Hygienemassnahmen im Umgang mit ihrem erkrankten Tier
Tragen Sie Handschuhe und desinfizieren Sie sich Ihre Hände vor und nach der Behandlung von Haut- und Ohrinfektionen. - Halten Sie sich genau an die Angaben Ihres Tierarztes
Wenn Ihr Tierarzt Ihrem Tier Antibiotika verschreibt, so ist es sehr wichtig, dass Sie sich genau an die Angaben zur Dosierung halten. Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Verabreichung der Medikamente haben oder wenn Sie denken, die Behandlung zeige nicht die gewünschte Wirkung, wenden Sie sich umgehen an Ihren Tierarzt. Ändern Sie nie selbst die Dosierung. Beenden Sie nie vorzeitig eine Therapie. Geben Sie Antibiotika nie einem anderen Tier, als jenem, für das diese verschrieben wurden.
Quellen: Federation of European Companion Animal Veterinary Associations (FECAVA), Advice to Companion Animal Owners on Responsible Use of Antibiotics and Infection Control (2013) / Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin (SVK): Positionspapier der SVK zur Situation der Antibiotikaresistenz (2015)