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Tipps für die erfolgreiche Gewichtsabnahme bei Hunden und Katzen

Gewichtsprobleme bei Hunden und Katzen sind heutzutage immer häufiger anzutreffen, was sich erheblich auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der Tiere auswirken kann. In diesem Artikel stellen wir Ihnen unser Gewichtsreduktionsprogramm für Hunde und Katzen vor und teilen unsere Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme mit Ihnen.

Ist mein Tier überhaupt zu dick?

Um festzustellen, ob Ihr Tier übergewichtig ist, gibt es verschiedene Anzeichen, auf die Sie achten können. Hier sind einige häufige Merkmale, die darauf hinweisen könnten, dass Ihr Tier zu dick ist:

  • Fühlbare Fettschicht: Sie können vorsichtig mit Ihren Fingern entlang der Rippen und des Brustkorbs Ihres Tieres streichen. Bei einem gesunden Gewicht sollten die Rippen gut fühlbar, aber nicht sichtbar sein. Wenn Sie eine dicke Fettschicht über den Rippen spüren, ist dies ein Anzeichen für Übergewicht.
  • Taille: Betrachten Sie die Taille Ihres Tieres von oben. Bei einem gesunden Gewicht sollte eine leichte Einziehung zwischen den Rippen und den Hüften erkennbar sein. Wenn die Taille kaum erkennbar oder sogar breiter als der Brustkorb ist, besteht möglicherweise Übergewicht.
  • Sichtbare Fettpolster: Achten Sie darauf, ob Ihr Tier Fettpolster aufweist, insbesondere im Bauchbereich, an den Flanken und am Nacken. Wenn diese Bereiche deutlich rundlich oder schwabbelig aussehen, kann dies auf Übergewicht hindeuten.
  • Schwierigkeiten bei der Bewegung: Wenn Ihr Tier Schwierigkeiten hat, sich zu bewegen, schneller müde wird oder Anzeichen von Atembeschwerden zeigt, kann dies auf Übergewicht hinweisen. Übergewichtige Tiere haben oft weniger Ausdauer und können sich nicht so leicht bewegen wie Tiere mit einem gesunden Gewicht.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass jedes Tier individuell ist und der Körperbau und die Rasse eine Rolle spielen können. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie beim nächsten Besuch beim Tierarzt nach einer Einschätzung des Nährzustandes. Lesen Sie mehr dazu in unserem Ratgeberbeitrag «Ist mein Tier zu dick?».

Warum ist es wichtig, dass mein Tier abnimmt?

Es gibt mehrere Gründe, warum es wichtig sein kann, dass ein Tier abnimmt, insbesondere wenn es stark übergewichtig ist. Hier sind einige Gründe:

  • Gesundheitliche Probleme: Übergewicht kann bei betroffenen Tieren, ähnlich wie bei Menschen, zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen. Dazu gehören Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkprobleme, Atembeschwerden und eine verkürzte Lebenserwartung. Durch die Reduzierung des Gewichts wird das Risiko solcher Erkrankungen verringert und die allgemeine Gesundheit des Tieres verbessert.
  • Erhöhte Lebensqualität: Ein übergewichtiges Tier kann Schwierigkeiten haben, sich zu bewegen, zu spielen oder an alltäglichen Aktivitäten teilzunehmen. Durch eine Gewichtsabnahme wird die Beweglichkeit verbessert, was zu einer gesteigerten Lebensqualität führen kann. Das Tier wird aktiver sein, mehr Energie haben und leichter seinen natürlichen Instinkten nachgehen können.
  • Längere Lebenserwartung: Studien haben gezeigt, dass Hunde und Katzen, die ein gesundes Gewicht halten, im Durchschnitt länger leben als übergewichtige Tiere. Indem Sie Ihrem Tier helfen, abzunehmen und ein gesundes Gewicht zu erreichen, können Sie seine Lebenserwartung erhöhen und sicherstellen, dass es mehr Zeit an Ihrer Seite verbringen kann.
  • Prävention von weiteren Problemen: Übergewicht kann das Risiko für andere gesundheitliche Probleme erhöhen, wie zum Beispiel Hauterkrankungen, Verdauungsprobleme und bestimmte Krebsarten. Eine Gewichtsabnahme kann dazu beitragen, diese Risiken zu verringern und das allgemeine Wohlbefinden des Tieres zu fördern.

Wie gehe ich vor, wenn mein Tier abnehmen muss?

Mit unserem Programm zur Gewichtsreduktion können Sie einfach und in wenigen Schritten einen individuellen Plan für ihr Tier erstellen.

1. Zielgewicht bestimmen

Um das Zielgewicht zu bestimmen, wiegen Sie Ihr Tier und tragen das aktuelle Gewicht in das dafür vorgesehene Feld in unserem Gewichtsreduktionsprogramm ein. Lesen Sie anschliessend die Beschreibungen zum Body Condition Score (BCS) genau durch und versuchen Sie zu schätzen, welcher Wert ihrem Tier entspricht. Sobald Sie den BCS für Ihr Tier festgelegt haben, wird sein Zielgewicht errechnet.

 

2. Futter auswählen

Es ist wichtig, ein Tierarzt-Diätfutter zu verwenden, das speziell für Tiere entwickelt wurde, die abnehmen müssen. Ein solches Diät-Futter enthält im Vergleich zu herkömmlichem Hunde- und Katzenfutter eine geringere Menge an Kalorien. Trotzdem enthält es alle notwendigen Nährstoffe, die das Tier braucht, in den richtigen Mengen. So wird gewährleistet, dass Ihr Hund oder Ihre Katze trotz der reduzierten Kalorienzufuhr eine ausgewogene Ernährung erhält und keine Mangelerscheinungen entwickelt. Diätfutter für Tiere, die abnehmen müssen, enthalten zudem in der Regel Ballaststoffe und andere Inhaltsstoffe, die dazu beitragen, das Sättigungsgefühl zu erhöhen. Dies hilft, das Hungergefühl des Tieres zu kontrollieren und es zufriedenzustellen, obwohl es weniger Futter erhält.

Wählen Sie aus den verschiedenen, in unserem Programm aufgeführten Futtersorten ein passendes Futter aus. Sie können sich dabei nach den Vorlieben Ihres Tieres richten und entweder nur ein Trockenfutter, nur ein Nassfutter oder jeweils ein Nass- und ein Trockenfutter auswählen. Für Hunde können Sie zusätzlich ein kalorienreduziertes Leckerchen auswählen. Die Futtermenge, die Ihr Tier benötigt, wird anschliessend automatisch berechnet. Wenn Sie Nass- und Trockenfutter ausgewählt haben, können Sie anschliessend den Anteil an Nassfutter, den das Tier bekommen soll, individuell festlegen. Soll es beispielsweise einen Beutel Nassfutter bekommen, so tragen Sie bei der Menge an Nassfutter das Gewicht eines Beutels ein. Die Menge an Trockenfutter wird dann automatisch angepasst.
Halten Sie sich strikte an die angegebenen Mengen, und messen Sie das Futter und die Leckerlis genau ab!

3. Gewichtsverlauf kontrollieren

Der individuelle Energiebedarf kann von Tier zu Tier, je nach Rasse, Aktivität, Stoffwechsellage und Umweltbedingungen sehr unterschiedlich sein. Die errechneten Futtermengen sind daher immer nur Anhaltspunkte, die im weiteren Verlauf der Diät eventuell angepasst werden müssen. Dazu wird Ihnen von unserem Programm eine Gewichtstabelle und eine Gewichtskurve erstellt, anhand derer Sie den Gewichtsverlauf Ihres Tieres kontrollieren können. Wiegen Sie Ihr Tier regelmässig und vergleichen Sie sein Gewicht mit den Angaben in der Gewichtstabelle. Wenn Ihr Tier langsamer abnimmt als in der Tabelle angegeben, müssen Sie die Futtermenge weiter reduzieren. Wenn es schneller abnimmt, dürfen Sie die Menge etwas erhöhen.

 

Häufige Herausforderungen während der Diät

Mein Hund, meine Katze hat ständig Hunger und bettelt!

  1. Neue Routinen entwickeln
    Im Zusammenleben mit unseren Tieren entwickeln wir zum Teil Routinen, die eine Gewichtsreduktion erschweren können. Ist sich Ihr Hund gewohnt, dass er zum Frühstück immer ein paar Stückchen Butterbrot vom Tisch bekommt, so wird es für ihn und auch für Sie nicht einfach sein, darauf zu verzichten. Wird Ihre Katze jedes Mal mit ein paar Leckerli belohnt, wenn sie sich miauend an Ihre Beine schmiegt, dann ist es schwierig, dieses Verhalten plötzlich nicht mehr zu beachten.
    Überlegen Sie sich für diese Fälle Alternativen. Geben Sie Ihrem Hund zum Frühstück zum Beispiel ein Leckerli aus seiner Tagesration oder belohnen Sie Ihre Katze mit ein paar Kroketten aus der abgemessenen Tagesration des Diätfutters. Versuchen Sie, Ihr Tier mit kurzen Spielsequenzen oder mit kleinen Trainingseinheiten abzulenken. So können sich neue Routinen entwickeln, die auch nach der Diät beibehalten werden können.
  2. Teilen Sie die Mahlzeiten Ihres Tieres in mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt auf, anstatt ihm ein- oder zweimal eine grosse Menge Futter zu geben. Dies kann helfen, seinen Stoffwechsel aktiv zu halten und Heisshungerattacken zu vermeiden.
  3. Dauer der Mahlzeit erhöhen.
    Für Hunde und Katzen, die ihr Fressen in kürzester Zeit hinunterschlingen, kann es sinnvoll sein, das Futter, zumindest teilweise, nicht mehr im Napf anzubieten. Mit Hunden kann man zum Beispiel einen Teil der Mahlzeiten mit einem Apportierspiel mit einem Futterbeutel verbinden, und für Katzen gibt es verschiedenste Futterspielzeuge, bei denen sie sich ihr Futter ‘erjagen’ müssen. Beschäftigungsspielzeug, Futtersuchspiele oder interaktive Puzzles lasten die Tiere geistig und körperlich aus und können helfen, Langeweile zu reduzieren und eine kompensatorische Überfütterung zu vermeiden.
  4. Ballaststoffe weiter erhöhen
    Obwohl die Tierarzt-Diäten bereits einen hohen Ballaststoffgehalt haben, kann es bei einigen Tieren helfen, die Ballaststoffe des Futters zu erhöhen, um das Sättigungsgefühl weiter zu steigern. Dazu eignen sich beispielsweise rohe, geraffelte Karotten oder auch Ballaststoffmischungen, die übers Futter gegeben werden können. Dabei sollten die Mengen allerdings langsam erhöht, und die auf den Packungen angegeben Maximalmengen nicht überschritten werden, sonst kann es zu Verdauungsbeschwerden und Durchfall führen.
  5. Volumen des Futters erhöhen
    Eine einfache Methode, das Sättigungsgefühl zu erhöhen, ist eine Erhöhung des Futtervolumens. Dazu können Sie einfach den Anteil an Nassfutter erhöhen. Da Nassfutter zu 70 – 80 % aus Wasser bestehen, ist Menge, die Ihr Tier fressen darf, viel grösser, als wenn es ausschliesslich Trockenfutter bekommt.

Mein Tier nimmt trotz Diät nicht ab!

  1. Überprüfen Sie, ob sich alle Familienmitglieder an die Regeln halten.
    Bekommt Ihr Tier von niemandem etwas vom Tisch oder zwischendurch? Hat die Katze eventuell Zugang zu Futter beim Nachbarn? Erklären Sie allen, wie wichtig es für die Gesundheit des Tieres ist, dass es an Gewicht verliert, und schlagen Sie Alternativen vor, wie das Tier anders als mit Futter belohnt werden kann.
  2. Futter weiter reduzieren
    Bleibt das Gewicht über mehr als 2-3 Wochen unverändert, reduzieren Sie die Futtermenge um 10%. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Hund oder Ihre Katze mit dieser Menge an Futter noch ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt wird, fragen Sie Ihren Tierarzt oder unser Tierärzte-Team.
  3. Steigern Sie die körperliche Aktivität.
    Dies kann längere Spaziergänge, aktives Spielen oder andere geeignete Übungen umfassen. Beginnen Sie langsam und steigern Sie die Intensität allmählich, um Verletzungen oder Überanstrengung zu vermeiden.

Motivation und Durchhaltevermögen:

Gewichtsabnahme erfordert Zeit, Geduld und Engagement. Es kann eine Herausforderung sein, motiviert zu bleiben und das Gewichtsabnahmeprogramm konsequent umzusetzen. Manchmal kann es länger dauern als erwartet, um sichtbare Ergebnisse zu erzielen, und es kann Rückschläge geben. Bleiben Sie trotzdem optimistisch! Tragen Sie das gemessene Gewicht Ihres Tieres in die Gewichtskurve ein und freuen Sie sich auch über kleine Erfolge! Machen Sie Fotos von Ihrem Tier, mit dem Sie die Veränderungen festhalten können. Konzentrieren Sie sich auf die langfristigen gesundheitlichen Vorteile, und unterstützen Sie sich in der Familie gegenseitig, um motiviert zu bleiben. Ihr Engagement wird dazu beitragen, die Lebensqualität und die Lebensdauer Ihres Vierbeiners zu verbessern.

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