Wie viel Fleisch ist im Futter?
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Von
Dr. med. vet. Sabina Büttner - 14.09.2018

Viele Hunde- und Katzenbesitzer möchten ihren Lieblingen ein Futter mit möglichst viel Fleisch verfüttern, im Glauben, je mehr Fleisch, umso gesünder sei das Futter. Futtermittel-Hersteller werben denn auch mit möglichst hohem Fleischanteil – aber was sagen diese Angaben überhaupt aus?
Fleisch ist zweifellos ein wichtiger Futterbestandteil für Hunde und Katzen: Es liefert Proteine, welche für Wachstum und Regeneration der Körperzellen und als Energielieferanten verwendet werden. Fleisch besteht aber nicht nur aus Proteinen, sondern zu einem weitaus grösseren Teil aus Wasser. So enthalten 100 Gramm Pouletfleisch zum Beispiel rund 72% Wasser und nur 23% Protein. Wird das Fleisch getrocknet und damit Hühnerfleischmehl hergestellt, so enthält es anschliessend nur noch 10% Wasser, der Proteinanteil steigt auf 74%.
Eine kleine Rechenaufgabe
Bei der Herstellung von Trockenfutter gibt es zwei Möglichkeiten: Es wird frisches Fleisch verwendet, welches beim Herstellungsprozess getrocknet wird, oder es wird Fleischmehl verwendet, welches bereits vor dem Herstellungsprozess getrocknet wurde. Ernährungsphysiologisch sind beide Verfahren gleichwertig. Die Angaben auf der Zutatenliste werden sich aber bei den beiden Futtersorten deutlich unterscheiden: Bei Produkt 1 wird beispielsweise ein Anteil von 60 % frischem Pouletfleisch deklariert, wohingegen bei Produkt 2 nur ein Anteil von 25% Hühnerfleischmehl angegeben wird.
Welches Futter enthält denn nun effektiv mehr Proteine? – Das frische Fleisch im ersten Futter liefert pro 100 Gramm 13.8 Gramm Protein, das Hühnerfleischmehl im zweiten Produkt jedoch 18.5 Gramm!
Je mehr Eiweiss desto besser?
Ist denn nun eine proteinreiche Nahrung zwingend besser als Futter mit weniger Eiweiss? – Nein! Wenn über die Nahrung mehr Eiweiss aufgenommen wird, als der Köper verbraucht, so wird das überschüssige Eiweiss in der Leber in Energie umgewandelt – dabei entstehen Abbauprodukte, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Zu viel Proteine verursachen daher eine hohe Leber- und Nierenbelastung.
Ein optimaler Eiweissgehalt im Futter schwankt zwischen 15-30% der Trockensubstanz für Hunde und zwischen 25 – 45% für Katzen.
Ein direkter Vergleich der Inhaltsstoffe verschiedener Futtersorten ist für Hunde- und Katzenbesitzer oft schwierig. Viele, zum Teil widersprüchliche Informationen und Ansichten über die optimale Ernährung von Hunde- und Katzen führen zu weiteren Unsicherheiten. Deshalb stehen wir Ihnen bei der Futterwahl gerne beratend zur Seite! (Fragen Sie unser Tierärzte-Team).