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Mein Hund frisst Gras – ist das normal?

Hund frisst Gras

Ihr Hund frisst viel Gras und Sie wissen nicht, ob das normal ist? Hier lesen Sie, woran es liegen könnte und was zu tun ist, wenn es zu viel wird.

Grasfressen beim Hund: meist kein Grund zur Sorge!

Die meisten Hundebesitzer kennen es: jetzt, wenn es draussen wärmer wird und das erste frische Grün auf Wiesen und Feldern spriesst, fressen viele unserer Hunde sehr gerne die zarten, jungen Grashalme am Wegrand. Das ist vorerst ein ganz normales Verhalten und kein Anlass zur Sorge – viele Hunde scheinen es einfach gern zu haben und es besteht in der Regel kein Grund sie von diesem Verhalten abzuhalten. Einzig Gras am Rand von viel befahrenen Strassen oder am Rand von Feldern, die mit Spritzmitteln behandelt wurden, sollte nicht aufgenommen werden.

Die Behauptung, dass Hunde Gras fressen, weil gewisse Nährstoffe im Futter fehlen, konnte in diversen Studien widerlegt werden. Sie müssen sich daher auch keine Sorgen machen, dass das Futter, welches Sie Ihrem Hund geben nicht genügend Ballaststoffe, Gemüse oder Früchte enthält.  Grasfressen ist ein normales Verhalten, welches auch bei Wölfen in freier Natur beobachtet werden kann.

Grasfressen als Zeichen von Magenproblemen:

Wenn Ihr Vierbeiner allerdings plötzlich viel mehr Grass frisst als sonst und danach häufig erbricht, sollten Sie etwas genauer hinsehen, denn es kann ein Zeichen von Magenproblemen sein.

Oft entledigen sich die Hunde durch das Grasfressen mit anschliessendem Erbrechen von unverdaulichen Knochen- oder Knorpelresten im Magen. Das Problem ist danach behoben und den Hunden geht es wieder gut. Wird ein Fremdkörper im Magen vermutet, der durch das Erbrechen nicht hervorkommt, muss selbstverständlich so rasch als möglich eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. 

Häufiges Grasfressen mit anschliessendem Erbrechen von Gras und Galle kann jedoch auch Anzeichen einer Magenübersäuerung mit anschliessender Magenentzündung sein. Häufig zeigen Hunde, die an einer Magenübersäuerung leiden, zudem Schmatzen, Schlucken, Unruhe oder Erbrechen von hellem Schleim/Schaum, besonders morgens.
Ursachen dafür können sein:

  • Zu grosse Fütterungspausen
  • Stress
  • Ungünstiges Verhältnis von Eiweiss und Kohlenhydraten im Futter

Behandlung der Magenübersäuerung

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund unter einer Magenübersäuerung leidet, lassen Sie ihn unbedingt tierärztlich untersuchen.
Je nach Ursache können verschiedene Massnahmen schnell Linderung verschaffen:

  • Geben Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag, statt 1-2 grosse Mahlzeiten. Insbesondere bei Hunden, die oft am Morgen Gras fressen und anschliessend erbrechen, sollte die letzte Mahlzeit kurz vor dem Schlafen gegeben werden und die erste Fütterung möglichst rasch nach dem  Aufstehen. Dies sorgt dafür, dass sich der Magen nie ganz entleert und die Produktion der Magensäure reguliert wird.
  • Füttern Sie leicht verdauliches Futter, speziell für Hunde mit sensiblem Magen, z.B. Hill's Science Plan Sensitive Stomach & Skin
  • Nach Rücksprache mit dem Tierarzt können Sie spezielle Rinden- oder Magenschutzpräparate geben, die helfen können, überschüssige Magensäure zu binden. Besonders bewährt haben sich Ulprecar und der cdVet Magenschutz.
  • Falls Stress als Ursache vermutet wird, minimieren Sie die Stressauslöser im Alltag Ihres Hundes und helfen Sie ihm durch Verhaltenstherapie und unterstützende Mittel zur Stressreduktion, wie Zylkène, Adaptil , Anxitane oder Veggiedent Zen.
  • Ändern Sie die Fütterung bezüglich des Eiweiss-Kohlehydratverhältnisses. Es gibt Hunde, die auf einen hohen Eiweissgehalt (>30 %) im Futter mit einer übermässigen Magensäureproduktion reagieren. Hier kann es helfen, ein Futter mit weniger Proteinen zu geben.
  • Liegt bereits eine Magenschleimhautentzündung vor (Gastritis), so ist eine tierärztliche Behandlung und Ursachenfindung so wie eine symptomatische Therapie (z.B. mit Säureblockern) angezeigt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Gelegentliches Grasfressen ist meist normal. Wenn es jedoch überhandnimmt, der Hund danach oft erbricht oder andere Symptome zeigt, ist der Gang zum Tierarzt der beste Weg, um die Ursache zu finden und Ihrem Hund zu helfen.

Wissenswertes auf einen Blick

Ist es normal, dass mein Hund Gras frisst?
Ja, es ist ganz normal, dass Hunde Gras fressen. Viele Hunde geniessen die frischen Grashalme, besonders im Frühling, wenn das Gras jung und zart ist. Dieses Verhalten ist in der Regel kein Grund zur Sorge.
Kann Grasfressen auf ein gesundheitliches Problem hinweisen?
Wenn Ihr Hund plötzlich viel mehr Gras frisst als sonst und danach häufig erbricht, könnte dies auf Magenprobleme hinweisen. Es ist ratsam, in einem solchen Fall genauer hinzusehen und gegebenenfalls eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu konsultieren.
Kann das Futter meines Hundes der Grund für das Grasfressen sein?
Studien haben gezeigt, dass Grasfressen nicht mit einem Mangel an Nährstoffen im Futter zusammenhängt. Es ist also unwahrscheinlich, dass das Futter Ihres Hundes der Grund für das Grasfressen ist. Dennoch kann eine Anpassung der Fütterung bei Magenproblemen hilfreich sein.
Was sind Anzeichen einer Magenübersäuerung beim Hund?
Typisch sind häufiges Grasfressen mit Erbrechen (besonders morgens), Schleim- oder Schaumerbrechen, Schmatzen, Unruhe und Leerschlucken. Ursachen können z. B. lange Fütterungspausen oder Stress sein.
Was hilft gegen Magenübersäuerung?
Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag, besonders spät abends und früh morgens, helfen, den Magen konstant leicht gefüllt zu halten. Auch magenschonendes Futter oder Nahrungsergänzungen, die Magensäure binden, können nach Absprache mit dem Tierarzt sinnvoll sein.
Sollte ich meinen Hund vom Grasfressen abhalten?
Nur dann, wenn er an gefährlichen Orten (z. B. an Strassenrändern oder mit Pestiziden behandelten Feldern) frisst oder danach regelmässig erbricht. In allen anderen Fällen kann das Verhalten in Massen toleriert werden.

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