Katzenschnupfen: warum niest die Katze und wie kann man sie schützen?
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Von
med. vet. Bianca Michoud-Valente - 05.10.2025

Was ist Katzenschnupfen?
Katzenschnupfen ist ein Sammelbegriff für infektiöse Atemwegserkrankungen, die hauptsächlich viralen Ursprungs sind. Verursacht wird er vor allem durch das felines Herpesvirus (FHV) und das feline Calicivirus (FCV), aber auch durch bestimmte Bakterien wie Chlamydophila felis oder Bordetella bronchiseptica. Die Erreger werden über Nasen-, Augen- und Speichelsekrete übertragen, häufig durch direkten Kontakt zwischen Katzen, aber auch über die Umgebung (Näpfe, Katzenklo, Textilien). Katzen, die in Gruppen leben, Freigänger, aber auch Kätzchen, Senioren oder immungeschwächte Tiere sind besonders gefährdet, sich anzustecken.
Symptomatik des Katzenschnupfens
Die Symptome können von Katze zu Katze sehr unterschiedlich sein, je nach den beteiligten Krankheitserregern und vor allem je nach Empfindlichkeit und Immunsystem der betroffenen Katze:
- Wiederholtes Niesen, mit oder ohne Nasenausfluss
- Nasen- und Augenausfluss (klar oder eitrig)
- Tränende, rote, schmerzende Augen (Auge blinzelt häufig oder bleibt geschlossen)
- Fieber, Mattigkeit, Appetitverlust
- Husten, schmerzhaftes Maul, übermässiger Speichelfluss, Maul- oder Nasengeschwüre (insbesondere bei Infektionen mit dem Calicivirus)
- Atemnot, abnorme Atemgeräusche
Achtung: Bei kleinen Kätzchen und empfindlichen Tieren kann die Krankheit zu einer Lungenentzündung fortschreiten, schwere Geschwüre verursachen, die das Fressen verhindern, oder zu schweren Augenschäden führen.
Diagnose des Katzenschnupfens
Nicht jede Katze, die niest, hat zwangsläufig Katzenschnupfen. Der Tierarzt wird auch andere Diagnosen in Betracht ziehen: Allergien, Reizschnupfen, Fremdkörper in der Nase, Zahnerkrankungen usw. Die Diagnose stützt sich in erster Linie auf eine gründliche klinische Untersuchung, verbunden mit der Anamnese (z. B. junges Tier, Rückkehr aus einer Tierpension usw.).
Manchmal sind zusätzliche Untersuchungen notwendig: Blutanalysen, Abstriche von Sekreten oder und Zellen oder, Röntgenaufnahmen, falls andere Ursachen vermutet werden.
Übertragung und Ansteckungsgefahr
Katzenschnupfen ist unter Katzen sehr ansteckend. Er wird sehr leicht durch die Tröpfchen übertragen, die beim Niesen entstehen. Aber auch durch das Fressen aus demselben Napf, gegenseitige Fellpflege usw. ist eine Ansteckung möglich. Eine indirekte Übertragung kann auch über Gegenstände oder Kleidung erfolgen, die mit virushaltigen Sekreten in Kontakt gekommen sind.
In Gruppenhaltung ist eine strikte Isolation der erkrankten Tiere entscheidend, um die Ansteckung einzudämmen.
Wichtig zu wissen: Katzenschnupfen ist nicht auf den Menschen übertragbar!
Prävention des Katzenschnupfens
Die Impfung bleibt die wichtigste vorbeugende Massnahme, die ab einem Alter von 8 bis 9 Wochen durchgeführt werden kann, gefolgt von regelmässigen Auffrischungen. Der Impfstoff deckt die wichtigsten Virusstämme (Herpesvirus, Calicivirus) ab, beseitigt jedoch nicht vollständig das Risiko einer Infektion oder einer Trägerschaft. Deshalb sind gute Hygiene und aufmerksame Beobachtung auch bei einem geimpften Tier von grosser Wichtigkeit.
Hygiene und Umweltmanagement sind entscheidend, insbesondere bei Gruppenhaltung (Tierheime, Zuchten, Pensionen, Haushalte mit mehreren Katzen, Bauernhöfe):
- Häufiges Reinigen von Futternäpfen, Katzentoiletten und Kissen
- Regelmässiges Lüften
- Begrenzung der Anzahl der Katzen im gleichen Raum
- Stressreduktion (Stress kann das Immunsystem schwächen)
- Isolierung symptomatischer Katzen zum Schutz der übrigen Tiere
Ausserdem wird beim Einführen einer neuen Katze davon abgeraten, sie sofort in Kontakt mit den anderen Katzen zu bringen, ohne eine Trennungs- oder Quarantänephase einzuhalten.
Schliesslich gibt es spezielle Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung des Immunsystems der Atemwege, insbesondere Präparate auf L-Lysin-Basis, die empfohlen werden, wenn ein Herpesvirus vermutet wird.
Prognose des Katzenschnupfens
Die meisten Katzen erholen sich bei entsprechender Behandlung innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig. Danach schützt die nach der Heilung erworbene Immunität die Katze vor Rückfällen. Bei manchen Individuen verbleiben die Erreger jedoch im Körper, so dass der Katzenschnupfen chronisch wird und es bei der geringsten Belastung zu Rückfällen kommt. In jedem Fall ist eine tierärztliche Betreuung unerlässlich.
Was tun bei häufigem Niesen?
Sobald die ersten Anzeichen auftreten (häufiges Niesen, Ausfluss, Abgeschlagenheit), ist ein Tierarztbesuch erforderlich. Die Behandlung hängt von der Ursache und der Schwere der Symptome ab. Sie kann unterstützende Massnahmen umfassen, um die Nahrungsaufnahme und Flüssigkeitsversorgung zu fördern, symptomatische Behandlungen wie Inhalationen oder Augenpflege sowie gegebenenfalls Antibiotika bei einer sekundären bakteriellen Infektion. In schweren Fällen kann ein Tierklinikaufenthalt oder die Anwendung von antiviralen oder entzündungshemmenden Medikamenten notwendig sein.
Fazit
Der Katzenschnupfen ist eine häufige Erkrankung bei Katzen. Wiederholtes Niesen, Ausfluss und Appetitverlust sollten aufmerksam machen und eine rasche Konsultation des Tierarztes veranlassen. Impfung, Hygiene, ein gutes Stressmanagement und eine frühzeitige Behandlung sind die besten Massnahmen, um Ihr Tier vor dieser ansteckenden Krankheit und möglichen Komplikationen zu schützen.