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Das Mittelmeer, seine Sonne, seine Strände und ... seine Krankheiten!

Chien à la plage en famille

Wer träumt nicht davon, mit seinem Hund ans Meer in den Urlaub zu fahren? Mit dem Hund zu verreisen, ihm das Meer, den Sand und die Strände zu zeigen, ist eine grossartige Erfahrung. Dennoch gibt es einiges zu bedenken, wenn Sie Ihren Hund in den Urlaub an der Sonne mitnehmen wollen. Es gibt Einreiseregeln zu beachten und lokale Krankheiten, vor denen man seinen vierbeinigen Freund schützen muss. Hier haben wir einige Vorsichtsmassnahmen zusammengestellt, die zu treffen sind, wenn Sie mit Ihrem Hund in den Mittelmeerraum reisen.

Reisevorbereitungen

Jeder, der schon einmal die Gelegenheit hatte, seinen Hund mit ins Ausland zu nehmen, weiss, dass die Papiere des Hundes auf dem neuesten Stand sein müssen, damit er das Land verlassen und auch wieder in die Schweiz einreisen kann. Daher empfehlen wir Ihnen, sich mit Ihrem Tierarzt in Verbindung zu setzen, um sicherzustellen, dass Ihr Hund gegen Tollwut geimpft ist und einen gültigen Heimtierausweis besitzt. Je nachdem, in welches Land Sie reisen, sind eventuell zusätzliche Blutuntersuchungen und Tests erforderlich. Denken Sie daher, vor allem wenn Sie die Europäische Union verlassen, frühzeitig daran, sich bei den Behörden des Reiselandes sowie bei Ihrem Tierarzt über die Einreisebestimmungen zu erkundigen.

Für die Reise selbst sollten Sie an ausreichend frisches Wasser (kalkulieren Sie dabei auch allfällige Staus mit ein), einen Reise-Wassernapf und eine kühlende Unterlage denken, damit Ihr Hund nicht unter der Hitze leidet. Wenn Sie mit dem Flugzeug fliegen, sollten Sie bereits einige Wochen vor dem Abflug damit beginnen, Ihren Hund an seine Transporttasche oder -box zu gewöhnen, damit er sich auf der Reise darin wohlfühlt.

Wenn Ihr Tier unter Reisekrankheit leidet, fragen Sie Ihren Tierarzt nach Tabletten gegen Übelkeit.

Schliesslich müssen Sie Ihren Hund vor allem auf den Aufenthalt vor Ort vorbereiten.
Dazu empfehlen wir Ihnen, eine kleine Erste-Hilfe-Ausrüstung zusammenzustellen, die flüssige und cremige Desinfektionsmittel, Kompressen, Binden, ein Durchfallpräparat, eine Zeckenzange, ein Thermometer, eine Krallenschere, Latexhandschuhe, Socken (zum Schutz eines Pfotenverbands), ein sauberes Handtuch und eine Schere oder eine kleine Haarschneidemaschine enthält.

Und nicht zuletzt sollten Sie Ihren Hund vor lokalen Erkrankungen schützen! Denn im Mittelmeerraum gibt es Krankheitsüberträger, die bei uns in der Schweiz nicht vorkommen. Es handelt sich um ein Endemiegebiet für die Dirofilariose, besser bekannt als "Herzwurmkrankheit", und die Leishmaniose.

Herzwürmer, Verursacher der Dirofilariose

Herzwürmer (Dirofilaria immitis) werden durch Stechmücken (Culex pipiens) übertragen. Beim Stich durch eine infizierte Mücke werden Larven in den Hund injiziert. Diese wandern durch den Blutkreislauf und entwickeln sich zu erwachsenen Würmern, die sich vor allem in den Arterien der Lunge und im rechten Herzen ansiedeln. Diese erwachsenen Stadien beginnen nach ca. 6 Monaten Larven zu produzieren, die sogenannten Mikrofilarien, die zu den Kapillaren der Unterhaut wandern. Wird der infizierte Hund nun durch eine Mücke gestochen, so nimmt sie mit der Blutmahlzeit diese Mikrofilarien auf. In der Mücke entwickeln sich die Mikrofilarien zu Larven, die bei einer erneuten Blutmahlzeit auf einen anderen Hund übertragen werden können.

Die Ausbreitung des Parasiten hängt von vielen Umweltfaktoren ab, darunter vor allem natürlich von der Anwesenheit zahlreicher Mücken. Die Regionen mit dem höchsten Risiko sind Südeuropa (Portugal, Spanien einschliesslich der Kanarischen Inseln, Südfrankreich, Italien, die Balkanländer, Griechenland), die Tschechische Republik, Bulgarien und Rumänien sowie Nordafrika. Weil sich die globale Erwärmung günstig auf die Vermehrung der Mücken auswirkt, sind sich die Risikogebiete am Ausweiten.
Die Risikozeit für eine Ansteckung variiert je nach Region und erstreckt sich normalerweise aber von April bis Oktober.

Herzwürmer sind Verursacher der sogenannten "kardiovaskulären Dirofilariose" des Hundes. Die Erkrankung kommt sehr selten auch bei Katzen vor. Der klinische Verlauf der Dirofilariose ist in der Regel chronisch. Die meisten betroffenen Hunde zeigen vorerst jahrelang keine klinischen Anzeichen einer Ansteckung. Erst allmählich treten Symptome auf wie chronischer Husten, Atembeschwerden, Lungenblutungen, gefolgt von Schwäche und plötzlichem Kollabieren. Wenn sich eine Herzinsuffizienz entwickelt, zeigt das Tier neben dem chronischen Husten auch Appetitlosigkeit, Austrocknung, Ödeme und Gewichtsverlust. Es können sich Blutgerinnsel bilden, die lebenswichtige Gefässe verstopfen und dadurch zum plötzlichen Tod des Hundes führen können.

Die Diagnose erfolgt über den Nachweis von Mikrofilarien in einem Blutausstrich. Für die Behandlung stehen je nach Stärke des Befalls verschiedene Therapie-Protokolle zur Verfügung.

Bei Hunden, die auf Reisen mitgenommen werden, ist die Vorbeugung daher von entscheidender Bedeutung. Sie ist zudem wirksam und einfach durchzuführen. Sie basiert auf der oralen Verabreichung eines Entwurmungsmittels. Dieses tötet die Larven von D. immitis ab, die sich in den vorangegangenen 30 Tagen entwickelt haben, und verhindert so den Ausbruch der Krankheit. Bei Tieren, die sich weniger als einen Monat im Risikogebiet aufgehalten haben, genügt eine einmalige Behandlung direkt nach der Rückkehr in die Schweiz aus. Bei Hunden, die sich mehrere Monate in einem Risikogebiet aufhalten, muss das Entwurmungsmittel einmal im Monat und dann noch einmal nach der Rückkehr in die Schweiz verabreicht werden. Es ist auch ratsam, seinen Vierbeiner nach einer gewissen Zeit zu testen, um sicherzustellen, dass er sich nicht infiziert hat.

Es ist zudem empfehlenswert, diese orale Prophylaxe mit einer äusserlich angewendeten Prophylaxe zu kombinieren.  Das heisst, die Hunde sollten mit einem insektiziden Halsband oder Spot-On Präparat vor Mückenstichen geschützt werden.

Die Leishmaniose, eine weit verbreitete Krankheit

In Europa wird die Leishmaniose durch den Einzeller Leishmania infantum verursacht. Tatsächlich gibt es weltweit eine Vielzahl verschiedener Erregervarianten, die für die Leishmaniose verantwortlich sind. Die Überträger dieses Parasiten sind Sandmücken (Phlebotoma), die im gesamten Mittelmeerraum sowie in Afrika und im Nahen Osten vorkommen, überall dort, wo die Hundeleishmaniose endemisch ist. Sie können manchmal auch in Nordfrankreich und seltener in Süddeutschland oder der Südschweiz gefunden werden. Heutzutage erhöhen zwei Faktoren das Risiko, sich ausserhalb von Endemiegebieten mit Leishmaniose anzustecken: die globale Erwärmung sowie der (unfreiwillige) Transport von Sandmücken über eine grosse Entfernung hinweg mit Flugzeugen, Zügen und Autos.

Die Risikosaison ist von Jahr zu Jahr und von Region zu Region unterschiedlich. Normalerweise beginnt sie im April und endet Ende November.

Der Hund ist der Hauptwirt von L. infatum, aber der mikroskopische Parasit kann auch auf andere Säugetiere, gelegentlich auch auf den Menschen, übertragen werden.

Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch den Stich einer Sandmücke, die Leishmanien in sich trägt. Sehr selten können sich Welpen einer infizierten Mutterhündin bereits vor der Geburt über die Gebärmutter anstecken. Die Leishmanien entwickeln sich in den weissen Blutkörperchen, vermehren sich und breiten sich in allen Organen des befallenen Hundes aus. Die Zeit von der Ansteckung bis sich die ersten Krankheitssymptome zeigen, beträgt in der Regel mehrere Monate oder sogar Jahre. Viele Hunde bleiben jedoch asymptomatische Träger, d. h. sie zeigen trotz Ansteckung keine Anzeichen der Krankheit.  Einige Hunde können die Erreger sie sogar auf natürliche Weise selbst eliminieren. Es gibt zudem auch Hunderassen (oft die lokalen "Rassen", auch "village dogs" genannt), die eine Resistenz gegen die Krankheit entwickelt haben.

Die klinische Ausprägung der Krankheit ist damit individuell sehr unterschiedlich. Die Faktoren, die zu einer Krankheit führen, sind nicht alle bekannt. Wir wissen jedoch, dass sie von der Immunantwort des Hundes und dem Vorhandensein anderer Begleiterkrankungen beeinflusst wird.

Die Leishmaniose ist eine Krankheit mit einem breiten Spektrum an mehr oder weniger spezifischen Symptomen. Zu den eher spezifischen Krankheitsanzeichen gehören mehr oder weniger schwere Hautveränderungen und Organschäden, die zu Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Anämie, Augenproblemen und Nierenversagen führen.

Andere Symptome sind weniger häufig und eher untypisch, was die Diagnose erschwert, wie Nasenbluten, Augen- und Gelenkschäden oder Epilepsie.

Die Diagnose wird durch Blutuntersuchungen gestellt. Das Ausmass der Krankheit wird anhand weiterer Untersuchungen beurteilt. Je nach Schwere der Infektion und der Symptome stehen verschiedene Behandlungen und Therapie-Protokolle zur Verfügung. Häufig handelt es sich jedoch um eine schwere, langwierige und teure Behandlung. Ausserdem kommt es häufig zu Rückfällen.

Ein häufig zur Behandlung von Leishmaniose verwendeter Wirkstoff, Allopurinol, hat als Nebenwirkung die Bildung von Harnsteinen zur Folge. Hunde, die diese Behandlung erhalten, müssen daher ein spezielles purinarmes Futter erhalten, um das Risiko der Bildung von Xanthinsteinen zu verringern.

Da es sich um eine komplizierte Krankheit handelt, ist eine wirksame Vorbeugungsstrategie besonders wichtig. Die Prophylaxe bei reisenden Hunden erfolgt hauptsächlich durch das Auftragen von Insektenschutzmitteln oder Insektiziden auf die Hunde. Diese Wirkstoffe sind in Form von Halsbändern, Sprays und Spot-Ons erhältlich. Sie haben eine ausgezeichnete repellierende und/oder insektizide Wirkung. Ziel ist es, Stiche von Sandmücken zu vermeiden oder die Übertragung von Leishmanien zu unterbrechen, um die Infektion von Hunden zu verhindern.  Bisher wurden keine Resistenzen gegen insektizide Wirkstoffe beobachtet, daher sind diese Präventionsmethoden sehr wirksam bei der Verringerung der Übertragung der Krankheit.

Zusätzlich zu diesen topischen Behandlungen sollten Sie für einen optimalen Schutz auch die folgenden Massnahmen ergreifen:

  • Behalten Sie Ihren Hund nachts im Haus, insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Sandmücken besonders aktiv sind
  • Verwenden Sie im Haus insektizide Sprays oder Verdampfer
  • bringen Sie Moskitonetze an Türen und Fenstern an
  • verwenden Sie mit Insektiziden imprägnierte Moskitonetze an Schlafplätzen

All diese Massnahmen ermöglichen es Ihnen, das Risiko von Stichen durch Sandfliegen und Mücken deutlich zu verringern. So können Sie mit Ihrem vierbeinigen Freund einen schönen Urlaub verbringen und das Meer und die Sonne unbeschwert geniessen!

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